Pressemitteilung

vom 09.10.2026
© Uwe Nölke

KI, Strukturwandel und neue Gästeerwartungen: Branchentreff Westmecklenburg setzt Impulse für den Tourismus

Am vergangenen Mittwoch kamen Touristiker zum Branchentreff für Westmecklenburg zusammen und diskutierten, wie die Region angesichts von Künstlicher Intelligenz, Strukturwandel und veränderten Gästeerwartungen zukunftsfähig bleibt. Im Mittelpunkt standen digitale Infrastruktur, Mobilität und die Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg.

Wie verändert Künstliche Intelligenz die Reiseplanung? Wie erreichen Gäste auch touristische Angebote im ländlichen Raum ohne eigenes Auto? Und wie können Städte, Landkreise und touristische Akteure ihre Angebote künftig noch besser miteinander verbinden? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich der Tourismus-Branchentreff Westmecklenburg am 7. Oktober 2026 im Solitär Parchim.

Unter dem Titel „What’s next? Tourismus zwischen Künstlicher Intelligenz, Strukturwandel und Gästeerwartungen“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismus, Verwaltung, Politik und Wirtschaft zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und gemeinsame Perspektiven für die Region zu entwickeln.

Digitale Voraussetzungen für den Tourismus von morgen

Bereits im Opening-Talk wurde deutlich, dass Zukunftsfähigkeit zunächst auch eine Frage der Infrastruktur ist. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim verwies auf die umfangreichen Investitionen in den Breitband- und Glasfaserausbau. „Wir haben in den vergangenen elf Jahren rund eine halbe Milliarde Euro in den Breitband- und Glasfaserausbau investiert. Das ist schon ein großer Schritt – trotzdem sind wir beim Breitbandausbau noch weiter unterwegs“, so Lukas Völsch, stellvertretender Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Auch bei der Mobilfunkversorgung habe sich die Situation deutlich verbessert. Gleichzeitig bleibe das Ziel einer möglichst flächendeckenden digitalen Infrastruktur wichtig , vor allem mit Blick auf die zunehmende Bedeutung digitaler Anwendungen und Künstlicher Intelligenz.

Denn die Art und Weise, wie sich Gäste über Reiseziele informieren, verändert sich. KI wird zunehmend zur Inspiration und Reiseplanung genutzt. Damit stellt sich auch für touristische Anbieter die Frage, ob ihre Angebote online überhaupt gefunden und von digitalen Systemen korrekt dargestellt werden.

Die Stadt Wismar setzt bereits auf digitale Anwendungen. Digitale Stadtführungen, die Wismar-App und weitere Informationsangebote unterstützen Gäste bei der Orientierung. „Wir setzen Technologie dort ein, wo sie die Gäste unterstützt, ohne das Erlebnis zu stören“, so Christine Ennen, Leiterin der Tourismuszentrale Hansestadt Wismar. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der Gäste: Gerade bei Aktivitäten wie dem Radfahren werden digitale Anwendungen und aktuelle Informationen zunehmend selbstverständlich.

Mobilität bleibt zentrale Herausforderung im ländlichen Raum

Ein zweiter Schwerpunkt des Opening-Talks war das Thema Mobilität. Für den Tourismus in den ländlich geprägten Teilräumen Westmecklenburgs ist die Frage entscheidend, wie Gäste auch vor Ort flexibel unterwegs sein können.

Diskutiert wurden unter anderem Rufbusangebote, die Verknüpfung von Bus und Fahrrad sowie die Weiterentwicklung der Radverkehrsinfrastruktur. Dabei wurde deutlich, dass touristische Mobilität nicht allein an der Anreise beginnt: Auch die Wege zwischen Unterkunft, Ausflugszielen, Ortszentren und touristischen Angeboten müssen mitgedacht werden.

Gerade hier können regionale Kooperationen eine wichtige Rolle spielen. Der Landkreis Nordwestmecklenburg und der Landkreis Ludwigslust-Parchim tauschen sich bereits zu Erfahrungen mit Rufbussystemen und deren Weiterentwicklung aus. „Wir arbeiten zusammen, und ich denke, diese Zusammenarbeit läuft auch darauf hinaus, dass man auf die Erfahrungswerte von Ludwigslust-Parchim zurückgreift. Es bringt ja nichts, wenn jeder sich allein mit diesem Thema auseinandersetzt“, so Katrin Patynowski, stellvertretende Landrätin des Landkreises Nordwestmecklenburg. Auch neue Ansätze wie autonom fahrende Rufbusse werden perspektivisch betrachtet.

Stadt und Umland stärker zusammendenken

Wie wichtig eine stärkere regionale Vernetzung ist, zeigte sich auch am Beispiel Schwerins. Die Landeshauptstadt arbeitet an einem neuen, umfassenden Tourismus- und Freizeitentwicklungskonzept und möchte dabei die Verflechtungen mit dem Umland stärker berücksichtigen.

Im Fokus stehen unter anderem gemeinsame Mobilitätsangebote und touristische Verbindungen. Als Beispiel wurde die neue Mobilitätsstation am Schweriner Hauptbahnhof genannt, die unter anderem Fahrradangebote und Verbindungen in die Region stärken soll. Auch gemeinsame Themen wie Rad- und Wasserwege sowie regionale Angebote bieten Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit über administrative Grenzen hinweg.

Dabei geht es nicht darum, die Angebote einzelner Orte zusammenzuführen, sondern darum, die unterschiedlichen Stärken der Region für Gäste besser miteinander zu verbinden.

Die vier Workshops zeigten anschließend, wie vielfältig die Fragen sind, die den Tourismus in Westmecklenburg beschäftigen: von der digitalen Sichtbarkeit touristischer Angebote und dem praktischen Einsatz von KI über die Weiterentwicklung von Tourismusstrukturen und regionale Kooperationen bis hin zu neuen Gästeerwartungen und der Entwicklung attraktiver Erlebnisse. Deutlich wurde dabei, dass Zukunftsfähigkeit nicht allein durch einzelne Maßnahmen entsteht, sondern durch das Zusammenspiel von Digitalisierung, regionaler Zusammenarbeit und Angeboten, die sich an den Bedürfnissen der Gäste orientieren.

Zum Abschluss betonten Martina Müller, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Schwerin e. V., und Anett Bierholz, Geschäftsführerin des Verbandes Mecklenburgischer Ostseebäder e. V., die Bedeutung des Austauschs über Orts- und Landkreisgrenzen hinweg. Der Branchentreff habe gezeigt, wie viel Potenzial in der Region vorhanden sei, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht und gemeinsame Themen auch gemeinsam weiterentwickelt würden. An diesen Austausch soll auch im kommenden Jahr angeknüpft werden: Der Tourismus Branchentreff Westmecklenburg wird 2027 fortgesetzt.

 

Bilder
Copyright: Uwe Nölke

1 - Der Branchentreff Westmecklenburg fand in diesem Jahr im Solitär Parchim statt.

2 - Christine Ennen, Katrin Patynowski, Bernd Nottebaum und Lukas Völsch mit Stefanie Richter (v.l.n.r.) im Opening-Talk

3 - Regionale Manufakturen präsentierten ihre Produkte.

 

Pressekontakt:
Verband Mecklenburgischer Ostseebäder e. V.
Anne Luttermann
Tel.: 0381 80892675
a.luttermann@ostseeferien.de

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