Drohnenaufnahme Schifffahrtsmuseum ©Erik Gross

Zeitreisen

an der Ostseeküste
©MV-T, Tiemann

Die Museumslandschaft an der Ostseeküste

Kultur wird hier zum Winterprogramm mit Mehrwert – zum Aufwärmen, Eintauchen und Weiterdenken.

Der frostige Wind zieht über die Promenade und die Hände werden schneller kalt als gedacht.
Genau jetzt locken Museen zu kleinen Zeitreisen. Hinter historischen Fassaden und in modernen Ausstellungshäusern warten spannende Einblicke in vergangene Zeiten und überraschende Perspektiven. Hier nimmst du Wissen mit, das hängen bleibt.

Geschichte, nicht nur sichtbar sondern spürbar

Backsteingotik, Kaufmannshäuser und alte Hafenanlagen erzählen von der Hansezeit, vom Handel mit der ganzen Welt und vom Leben zwischen Stadt und Meer. Museen wie das Welt-Erbe-Haus Wismar oder das Stadtgeschichtliche Museum SCHABBELL schlagen den Bogen vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Exponate, Modelle und multimediale Elemente machen Zusammenhänge sichtbar und lassen das historische Wismar lebendig werden.

In Bad Doberan befindet sich das bedeutendste mittelalterliche Bauwerk in Mecklenburg-Vorpommern. Rund vier Millionen handgestrichene Backsteine stecken im Doberaner Münster, einer hochgotischen Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters. Sie gilt als die „Perle der Backsteingotik". Über einhundert Ausstattungsstücke von farbigen Fenstern, vergoldeten monumentalen Altären, Schnitzerein bis hin zu Grabmonumenten aus sieben Jahrhunderten machen das Doberaner Münster europaweit einzigartig.

 

© MV-T, Nikulski

Kunst, die neue Perspektiven öffnet 

Das besondere Licht, die Weite des Meeres und die Nähe zur Natur haben schon viele Kunstschaffende an die Ostseeküste gezogen. Farben, Formen und Materialien nehmen Eindrücke von Wind, Wasser und Strand auf, oft ergänzt durch Fundstücke aus der Natur. Galerien und Kunstmuseen zeigen Malerei, Fotografie und Skulpturen mit starkem Bezug zur Region, zu ihren Stimmungen und ihrem eigenen Rhythmus.

Im Kunstmuseum Schwaan entfalten sich Werke, die von einer reizvollen Flusslandschaft, lichtdurchströmten Wäldern und stillen Abendstimmungen erzählen. Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert machen die Künstlerkolonie lebendig, die diesen Ort geprägt hat. Auf drei Künstlerpfaden lässt sich diese Geschichte auch außerhalb des Museums weiterentdecken.

An vielen Orten ist schon das Gebäude Teil des Kunsterlebnisses. Die Kunsthalle Kühlungsborn etwa, ein Jugendstilbau aus der Zeit um 1900, wurde einst als Lesehalle unmittelbar am Ostseestrand errichtet. Klar, hell und offen bildet sie eine eindrucksvolle Bühne für wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen. Auch abseits namenhafter Kunstmuseen prägen Galerien und Galeriecafés das kulturelle Leben. Sie laden dazu ein, Kunst in entspannter Atmosphäre zu entdecken und sich aufzuwärmen.

Außenansicht Möckelhaus

Alltagsgeschichten und Lebenswelten

Neben großen historischen Themen sind es oft die kleinen Geschichten, die berühren. Heimatstuben oder spezialisierte Sammlungen erzählen vom Leben und Arbeiten früherer Zeiten. Fischerei, Seefahrt, Handwerk oder Bäderkultur zeigen, wie eng das Leben der Menschen mit dem Meer verbunden war – und bis heute ist. 

Im Stadt- und Bädermuseum in Bad Doberan könnt ihr in die glanzvolle Historie der einstigen Sommerresidenz der Herzöge eintauchen. Möbel, Mode, Grafiken und Anekdoten rund um den jahrhundertelangen Badebetrieb in Deutschlands erstem Seebad sind hier zu bestaunen. Mit farbenfrohen Wänden, detailreicher Ornamentik und originaler Bleiverglasung ist schon das Gebäude selbst ein Erlebnis, das der Architekt und einstiger Bewohner Gotthilf Möckel das „Dornröschenschloss“ nannte. 

Das Molli-Museum der historischen Dampflok „Molli“ befindet sich am Endbahnhof in Kühlungsborn West. Es rundet eine Fahrt mit der bekannten Mecklenburgischen Bäderbahn durch etwas Geschichte ab. Zu bestaunen gibt es unter anderem ein komplettes Stellwerk, einen Fahrkartendrucker aus den 50er Jahren und eine über 100 Jahre alte Gepäckwage - ideal um die Zeit zur nächsten Abfahrt der historischen Schmalspurbahn zu verkürzen. 

© IGA Park

Originale von der Ostseeküste

Manche Sammlungen überraschen. Zwischen großen Museen und bekannten Ausstellungshäusern warten Orte, die von der Liebe zum Detail erzählen. Kurioses und Besonderes rücken in den Fokus: filigrane Buddelschiffe, die ganze Seefahrtsgeschichten in Glas bannen, oder Knöpfe, die von Mode und Zeitgeist berichten. Dinge, die man so nicht erwartet und die dennoch viel über die Region verraten.

Innovationen, beeindruckende Modelle und spannende Exponate aus der Welt der Technikgeschichte werden im phanTechnikum zum Leben erweckt. Von historischen Erfindungen aus Mecklenburg-Vorpommern bis hin zu modernen Meilensteinen gibt es hier Beeindruckendes über die Technik im Zusammenspiel mit den Elementen und Naturgesetzen zu lernen.  

Die maritime Geschichte der Region von der Hansezeit bis in die Gegenwart begeistert im Schifffahrtsmuseum Rostock an Bord des Traditionsschiffes MS Dresden. Der originale Hochseefrachter ist Deutschlands größtes schwimmendes Museum und befindet sich am Ufer der Warnow im IGA Park. Durch interaktive Mitmachstationen für Groß und Klein und den Einsatz innovativer Medientechnik entdeckt ihr Spannendes über Schiffstechnik, Seefunk, Seefliegerei und die Hafenwirtschaft. 

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