• Auf der Insel Poel gibt es noch hauptberufliche Fischer , © TMV/Krauss
    Auf der Insel Poel gibt es noch hauptberufliche Fischer
    © TMV/Krauss
  • Pferdewiese Insel Poel, © TMV/Krauss
    Pferdewiese Insel Poel
    © TMV/Krauss
  • Uecker-Glocken der St. Johannes Kirche in Rerik, © TMV/Krauss
    Uecker-Glocken der St. Johannes Kirche in Rerik
    © TMV/Krauss
  • Mittagspause mit Dominic Boeer im Grand Hotel Heiligendamm, © VMO, Alexander Rudolph
    Mittagspause mit Dominic Boeer im Grand Hotel Heiligendamm
    © VMO, Alexander Rudolph
  • Das Doberaner Münster - Perle der norddeutschen Backsteingotik, © TMV/Krauss
    Das Doberaner Münster - Perle der norddeutschen Backsteingotik
    © TMV/Krauss

Meine vier Lieblingsplätze...

Mit Dominic Boeer von der Insel Poel nach Bad Doberan

Als Kriminaloberkommissar Lars Pöhlmann jagt Dominic Boeer in der TV-Serie »SOKO Wismar« so manchen Verdächtigen in actionreichen Szenen durch die Hansestadt. Privat aber findet er an der Mecklenburgischen Ostseeküste vor allem Ruhe – und ein Heimatgefühl. Hier verrät der Schauspieler seine vier Lieblingsorte:

Wenn die Realität die Fiktion übertrifft: Insel Poel und Ostseebad Rerik
Mecklenburgs größte Insel: Einzigartige Natur, ein Eldorado seltener Tier- und Pflanzenarten. Vor 100 Jahren wurde die kleine, im Norden der Insel Poel vorgelagerte Insel Langenwerder zum ersten Vogelschutzgebiet des Landes ernannt.
Bei der „SOKO“ wird Poel zwar oftmals zum Schauplatz gruseliger Leichenfunde. In Wahrheit kenne ich jedoch kaum einen unbescholteneren Ort. Tradition und Brauchtum spielen eine große Rolle, so gibt es hiernoch einige hauptberufliche Fischer, die ihren Fang täglich frisch verkaufen. Wenn ich ihre kleinen Kutter beobachte oder bei langen Spaziergängen statt Menschen und Häusern nur Pferde und Wasser sehe, fühlt es sich an wie eine vergessene, wunderschöne Welt.

Von Poel aus sehen Gäste das Wahrzeichen von Rerik: den Turm der frühgotischen Backsteinkirche St. Johannes. Vom Schmiedeberg bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf das Salzhaff, die Ostsee und auf den Ort. Ihn prägen die Backsteinkirche und der Hafen. Wie viele andere auch, bin ich zum ersten Mal wegen des Romans „Sansibar oder der letzte Grund“ hierhergekommen – eine faszinierende Geschichte, die sich um das solidarische  Verhalten der Menschen in Zeiten des Terrors dreht. Doch schnell habe ich gelernt: Der fiktive Roman spielt zwar in Rerik, beschreibt aber eigentlich Wismar.

Heute sind es die wahren Geschichten, die mich in die kleine Gemeinde ziehen - wie die der Kirche. Drei ihrer vier Glocken waren in den Weltkriegen zerstört worden. Lange blieb die Kirche deshalb stumm. 2012 ließ der Künstler Günther Uecker jedoch eines seiner Werke versteigern.  Mit diesem Geld konnten zwei neue Glocken gegossen werden, die der Künstler selbst gestaltete.

Die Wiege der Badekultur: Bad Doberan & Heiligendamm
Münster, Molli, Moor und Meer. Von Bad Doberan, der einstigen Sommerresidenz der Mecklenburgischen Herzöge, mit der Bäderbahn „Molli“ in die „Weiße Stadt am Meer“ – eine Reise durch die mecklenburgische Geschichte.

Das Grand Hotel Heiligendamm ist für mich eines der schönsten Hotels in Deutschland. Wer sich etwas ganz Besonderes gönnen will, verbringt hier  eine Nacht. Gourmet-Restaurant, 3.000 m² großes SPA, hochkarätige Kultur – ankommen, entspannen, genießen - im Luxushotel mit Ostseeblick. Gut ausgeschlafen kann man dann das älteste deutsche Seebad mit seinen klassizistischen Bauten entlang der Strandpromenade  erkunden. Oder eines der traditionsreichen Events besuchen – wie das historische Anbaden, bei dem sich Bewohner in historischer Bademode in die Ostsee stürzen. Sie erinnern damit an den Arzt Dr. Gottlieb Vogel. 1793 hatte er dem Herzog Friedrich Franz I. zu Mecklenburg-Schwerin die gesundheitlichen Aspekte des Badens in der Ostsee nähergebracht.

Ein ganz besonderes Schmuckstück der Backsteingotik finden Urlauber im Münster in Bad Doberan. Zisterzienser hatten es im 13. Jahrhundert aus mehr als fünf Millionen Backsteinen erbaut. Übrigens schämten sie sich anfangs für das Baumaterial und wollten es durch hineingeschlagene Rillen als Haustein tarnen – wie er von den Franzosen damals für den Bau großer Kathedralen verwendet wurde. Weil es während der Reformation weder Plündereien noch Zerstörung gab, beherbergt das Münster heute die reichste mittelalterliche Ausstattung aller Zisterzienserkirchen europaweit. Dazu zählen das Levitengestühl oder der Kredenzschrank – beides aus reinem Eichenholz geschnitzt. Oder der Flügelaltar – der älteste noch vorhandene der christlichen Kunstgeschichte.

Es ist diese spannende Mischung aus jahrhundertealten Traditionen, unbeschwertem Strandvergnügen und den vielen Geschichten der Mecklenburgischen Ostseeküste, die diese Region für mich einzigartig macht. Viel Spaß beim Entdecken!

Texte: TMV/Klaiber

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