Pressemitteilung

Nordmann im Bootshafen Kühlungsborn: Klaus Grossers „Wikinger Tyr“ steht für „Kunst Offen“

Zu Pfingsten können Groß und Klein vom Ostseebad Boltenhagen bis zum Ostseeheilbad Graal-Müritz wieder Künstlern über die Schulter schauen

Ostseeküste Mecklenburg, 25. April 2008. Mit Regenschirmen hat Klaus Grosser (65) sonst nicht viel am Hut. Zu Pfingsten wird er jedoch vor seiner „Adem Galerie“ im Bootshafen Kühlungsborn einen solchen – in knallig Gelb – aufspannen. Als weithin leuchtendes Zeichen, dass ihm Groß und Klein über die Künstlerschulter schauen können. Grosser macht mit – vom 10. bis 12. Mai bei der Aktion „Kunst Offen“. Wie seine Galerie, öffnen am Pfingstwochenende an der Ostseeküste Mecklenburg (Vereinsgebiet des Verbandes Mecklenburgischer Ostseebäder e.V.) und im Bereich Mecklenburg-Schwerin 267 Ateliers, Galerien, Museen und Kreativwerkstätten ihre Pforten. Allein im Landkreis Bad Doberan beteiligen sich 37 Künstler und Kulturstätten, im Landkreis Nordwestmecklenburg 94.

Was 1995 als kleines Projekt nach schwedischem Vorbild begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zur landesweiten großen Aktion und hat inzwischen Tradition: „Kunst Offen“ ist auch über die Landesgrenzen hinaus ein Magnet, Gäste reisen extra aus Berlin, Hamburg, Köln und gar München an. Organisiert wird das offene Kunstwochenende an der Ostseeküste Mecklenburg durch die Landkreise Bad Doberan, Ludwigslust, Nordwestmecklenburg und Parchim, die Hansestädte Wismar und Rostock, durch den Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin und den Verband Mecklenburgischer Ostseebäder e.V.. Das Besondere: Berufs- und Laienkünstler machen gemeinsam mit.

Klaus Grosser ist Berufskünstler. Und Künstler aus Berufung. Er ist in diesem Jahr zum zweiten Mal dabei. Weil es Spaß macht, das Interesse da ist, „Kunst Öffentlichkeit braucht und Öffentlichkeit Kunst“. Vergangenes Jahr hob er während „Kunst Offen“ seine Galerie aus der Taufe.

Aus Spanien, von der Insel Teneriffa, kamen Grosser und seine Frau vor vier Jahren an die Ostseeküste Mecklenburg. „Bei einem Besuch hier hat uns dieser Landstrich gefesselt, der Raps blühte, die Weite, die Ruhe – da wussten wir, was uns fehlt und dass wir hier leben möchten.“ In Satow baute sich Grosser seine Werkstatt auf. Aus Berlin, wo er aufwuchs und lange seinen Lebensmittelpunkt hatte, holte er den Sohn an die Küste. Marcus Grosser ist ebenfalls Künstler, er steht für moderne Entwürfe aus Edelstahl.

„Adem“ ist Klaus Grossers eigene Wortschöpfung, abgeleitet aus dem Spanischen, und bedeutet, was er mit Leib und Seele schafft: Kunst aus Metall. Klaus Grosser liebt Metall, er gestaltet aus Edelstahl, Gold, Kupfer. „Materialen der Jetztzeit, die auch die Verbindung zur Vergangenheit herstellen“, sagt er. Schon als kleiner Junge war kein Nagel, keine Schraube vor ihm sicher. „Was ich auf dem Heimweg von der Schule fand, und wenn es der rostigste Nagel war, brachte ich nach Hause und arbeitete damit.“ Naheliegend war es da, dass Grosser Kunstschmied wurde. Heute ist er ein wahrer Meister seines Fach. „Ich beherrsche mein Material, überlasse nichts dem Zufall“, meint Grosser, der auch eine klassische Bildhauerausbildung genossen und bereits in den 80er-Jahren in Moskau und Tallin ausgestellt hat. „Ich habe schon damals Grenzen überschritten“, erzählt er.

Spätestens seit dem vergangenen Sommer kennt fast jeder Mecklenburger und auch ein Großteil der Welt Grossers Kunst. Sein „Wikinger Tyr“, ein überdimensionaler „Nordmann aus Metall“, wachte zum G8-Gipfel über den Boothafen Kühlungsborn und die Ostseeküste Mecklenburg. Dutzende Polizisten ließen sich vor ihm fotografieren, zig Kameras hatten „Tyr“ im Bild. „Tyr“, der „Gott des Rechts“, strahlt Kraft, Stärke und Zuversicht aus. Grosser: „Er lehnt auf seinem Beil, nicht in Kampf-, sondern in Schutzhaltung.“ „Tyr“ wird auch über die „Kunst Offen“-Besucher wachen und ein Teil des „Kunstweges“ sein, auf dem Grosser an den Aktionstagen seine Werke präsentieren will. Vom Hafeneingang über die Hafenstraße und die Promenade können die Besucher Grossers Objekte dann betrachten, anfassen und bestaunen (Pfingstsamstag 15 bis 22 Uhr, Pfingstsonntag 10 bis 18 Uhr, Pfingstmontag 10 bis 13 Uhr).

Seine „Adem-Galerie“ wird Start- und Endpunkt des „Kunstweges“ sein. Der „Wikinger Tyr“ wacht bereits auf der Promenade in Höhe des Hafenhauses. Eine „Kompassrose“ findet sich wie ein Wahrzeichen über dem Eingang des Restaurants „Vielmeer“ – „Inhaber Peter Weide unterstützt mich seit langem in hohem Maße“. Zwei kunstvoll geschmiedete Lampen sind gegenüber installiert und leuchten wie Positionslichter in Rot für Backbord und Grün für Steuerbord. Am Abgang zur Hafenstraße werden die „Kunst-Offen“-Besucher ein metallenes „Buch“ und einen „Wanderer“ entdecken. Den „Wanderer“ erschuf Klaus Grosser nach der Eröffnungsfeier seiner Galerie aus Metall und den Prosecco-Dosen, mit denen angestoßen wurde. Er steht an einem „Weinhang“, trägt Weinreben – aus eben jenen Prosecco-Dosen. Doch das ist längst nicht alles. Zu den bereits im Bootshafen fest installierten Objekten wird Grosser zu „Kunst Offen“ weitere gesellen. So wird In der Hafenstraße, einem Abschnitt des Ostseeküstenradweges, ein „Radfahrer“ stehen. Eine Meduse mit goldenen Haaren wird sich anschließen. „Vieles werden die Besucher erst zu ,Kunst Offen´sehen, mein Konzept für die Aktion ist in der Umsetzungsphase“, so Klaus Grosser.

Wie er arbeitet, wo er seine Inspirationen schöpft und wie seine Kunst entsteht, wird er Interessierten gern zeigen. Ihm ist wichtig: „Dass alles, was ich mache, authentisch ist. Alles hat eine Bedeutung, ist aus etwas entstanden.“ Am Anfang steht immer die Vision. Wie beim „Tyr“. Künstler Grosser kam in den Norden und mochte die Menschen hier, ihre Art. „Darum wollte ich einen Nordmann schaffen, stark, gerecht, groß, schützend.“ Die Verbindung zu G8 ergab sich auch aus diesen Eigenschaften.

Wie lange Grosser an seinen Werken arbeitet, „kann ich nicht in Zeit fassen“. Oft diskutiert er stundenlang mit seiner Frau, „meinem größten Halt“. „Und erst dann weiß ich, wie ich weitermachen möchte.“ Klaus Grosser nennt es „die Veränderung der Veränderung“. Jeden Tag ein bisschen mehr, bis irgendwann seine Vision Wirklichkeit geworden ist, sein Werk ausdrückt, was es ausdrücken soll. Er versteht sich als Metallbildhauer der schönen Künste, denn „man kann keinen Engel darstellen, wenn man teuflische Gedanken hat“. Seine positiven Emotionen spielen eine große Rolle. Wie er das Leben versteht? Klaus Grosser ist nicht nur zu Pfingsten zu „Kunst Offen“ zum Dialog bereit, www.adem-galerie.de, Tel.: 038295/18870.

Weitere Künstler, die zu Pfingsten ihre Ateliers öffnen:

  • Am Erlengrund im Heilbad Bad Doberan werden Heidrun Klimmeys „mondsüchtige Bilder“ am Pfingstsonntag von 11 bis 18 Uhr zu sehen sein. Die Besucher sollen zudem in Klimmeys Garten selbst zu Pinsel und Farbe greifen, Tel.: 038203/779810.
  • In Christiane Gregorius Töpferei in Dambeck, Tel.: 038424/20429, werden kleine Kunstfreunde auf ihre Kosten kommen: Die Lütten können von Samstag bis Montag von 11 bis 18 Uhr töpfern und Tassen bemalen.
  • Um die Kunst der Pastell- und Aquarellmalerei dreht sich alles im Atelier Anngret Handke im Ostseebad Boltenhagen, an allen Tagen von 13 bis 18 Uhr, Tel.: 038825/378278.
  • Dem Maler über die Schulter schauen Besucher im Ostseeheilbad Graal-Müritz: In der Galerie im Heimatmuseum stellt Joachim Weyrich seine Ölbilder, Aquarelle, Pastelle und Grafiken nicht nur aus, sondern beantwortet den Gästen alle Fragen rund um „seine“ Kunst, Tel.: 038206/74556, Samstag bis Montag, 14 bis 18 Uhr.
  • Einblicke in Arbeiten und Techniken gibt am Pfingstwochenende täglich von 11 bis 18 Uhr und am Pfingstmontag von 11 bis 17 Uhr auch der Maler Matthias Heinz in seiner Galerie „Alte Schule“ im Ostseebad Nienhagen, Tel.: 038203/81859.
  • „Bilder vom Segeln“ locken „Kunst Offen“-Besucher in das Heimatmuseum im Ostseebad Rerik, geöffnet Samstag bis Montag von 14 bis 16 Uhr, Tel.: 0175/4363403.
    -Für jeden Geschmack etwas findet sich im „Schabbelhaus“, dem Stadtgeschichtlichen Museum der Hansestadt Wismar. Gezeigt wird in der Ausstellung Wismarer Geschichte von Störtebeker bis Dornier, eine Fotodokumentation macht Wismar in den Jahren 1949 bis 1989 erlebbar. Historische Spiele und eine Mitmach-Ausstellung im Museumshof laden täglich von 10 bis 20 Uhr zum Verweilen ein, Tel.: 03841/282350.
  • „Gefäße, Gläser, Schmuck“ stehen in der Designmühle Grevesmühlen auf dem Programm. Künstler Frank Bartels zeigt seine Arbeiten von Samstag bis Montag von 10 bis 18 Uhr, weitere Kunsthandwerker der Region stellen aus, Tel.: 03881/715977.

Mehr Informationen zu „Kunst Offen“ gibt es beim Verband Mecklenburgischer Ostseebäder e.V. im Ostseebad Nienhagen, Tel.: 038203/77 61-0. Hier ist auch der „Kunst-Offen“-Flyer mit allen Kunstschaffenden erhältlich.

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